Allgemein·3 Min. Lesezeit
  1. Oktober 2026

KI-Werkzeuge werden gerade spürbar günstiger. OpenAI und Anthropic kämpfen um Geschäftskunden, und die Preise fallen dabei deutlich. Was das für einen Betrieb bedeutet und warum ein Preisrutsch kein Grund für einen schnellen Anbieterwechsel ist.


OpenAI wirbt Anthropic-Kunden mit Rabatten von bis zu 90 Prozent ab

Laut THE DECODER hat OpenAI in den letzten Monaten mehrere grosse Unternehmenskunden von Anthropic mit erheblichen Preisnachlässen gewonnen. Das Unternehmen Rippling erhöhte seinen OpenAI-Anteil an der KI-Nutzung von 16 auf 52 Prozent, während der Anthropic-Anteil von 57 auf 18 Prozent fiel. Die Plattform Replit wechselte nach einem OpenAI-Rabatt von über 30 Prozent; der Vertrag hat laut Quelle ein Volumen von über 100 Millionen Dollar pro Jahr. Der CEO von DataCamp berichtet von einer Kostensenkung von 80 bis 90 Prozent durch OpenAI-Angebote. Eine nicht namentlich genannte US-Bank verdoppelte ihre ChatGPT-Zugänge auf 500 Mitarbeitende, der Preis liegt dabei bei unter 7 Dollar pro Nutzer statt zuvor über 20 Dollar.

Für einen Betrieb heisst das: KI-Werkzeuge werden günstiger, und ein Pilotprojekt oder ein breiterer Zugang kostet heute weniger als vor einem Jahr. Das ist eine echte Gelegenheit für Betriebe, die den Einstieg bisher aufgeschoben haben.

Quelle: https://the-decoder.de/ki-preiskampf-openai-lockt-anthropic-kunden-mit-rabatten-von-bis-zu-90-prozent-ab/


Ehrlicher Absatz: Was ein grosser Rabatt nicht sagt

Ein Rabatt von 80 oder 90 Prozent sieht eindrücklich aus, sagt aber nichts darüber, ob das Werkzeug zu den eigenen Aufgaben passt, ob die Daten dort datenschutzkonform liegen und wie teuer ein späterer Rückweg wird. Die genannten Zahlen stammen aus Volumenverträgen grosser Unternehmen und sind firmenspezifische Einzelangaben, keine neuen Marktpreise für alle.

Wer heute allein wegen des Preises wechselt, kann sich morgen in einem Vendor-Lock-in wiederfinden, wenn die Einführungsrabatte auslaufen. Für Betriebe in der Schweiz kommt hinzu: Die Frage, wo die Daten liegen und welche Bedingungen gelten, bleibt beim Wechsel dieselbe, unabhängig davon, welcher Anbieter günstiger ist.

Für einen Betrieb heisst das: Die ruhige Frage ist nicht «Wer ist billiger», sondern «Welches Werkzeug nimmt mir welche konkrete Routinearbeit ab, und zu welchen Bedingungen für meine Daten».


Auch gesehen

USA und China bauen KI-Infrastruktur aus, von der der Rest der Welt zunehmend abhängig wird. The Decoder berichtet über die wachsende globale Konzentration bei KI-Anbietern. Für Betriebe in der Schweiz ist das ein weiterer Grund, die Frage der Datenhoheit und des Vendor-Lock-ins nicht allein dem Preis zu überlassen.

The Decoder: https://the-decoder.de/usa-und-china-bauen-ki-imperien-auf-von-denen-der-rest-der-welt-abhaengig-wird/


Fazit

Der KI-Preiskampf zwischen OpenAI und Anthropic ist eine echte Gelegenheit, KI-Werkzeuge günstiger einzuführen oder zu erweitern. Aber die Auswahl nach Passung, Datenschutz und dem Aufwand eines Anbieterwechsels bleibt wichtiger als der Preis allein.

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ES
Emanuel Schmid
Inhaber von EIL in Spiez — hilft KMU im Berner Oberland, KI datenschutzkonform einzusetzen.