Immer mehr Menschen tippen ihre Frage nicht mehr in die Suchmaschine, sondern fragen einfach einen KI-Assistenten. «Wo gibt es einen guten Coiffeur in Bern?» «Welche Garage hat am Samstag auf?» «Guter Zahnarzt in meiner Nähe?» Wer dabei nicht vorkommt, wird nicht gewählt, und oft nicht einmal vermisst.
Eine Schweizer Erhebung, durchgeführt vom Bündner Softwareanbieter Quaryan und am 1. Oktober 2026 veröffentlicht, gibt erstmals konkrete Zahlen dazu. Redaktionell aufgegriffen wurde sie von Inside IT, Netzwoche und Blick.
Was die Erhebung zeigt
Quaryan stellte den vier Assistenten ChatGPT, Gemini, Claude und Perplexity insgesamt 1728 Alltagsfragen und verglich die Antworten mit einem Panel von 276 Betrieben aus sechs Branchen (Bäckerei, Coiffeur, Garage, Sanitär, Tierarzt, Zahnarzt) in sechs Städten (Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano, Zürich).
Laut dieser Erhebung kamen 114 von 276 Betrieben, also 41 Prozent, in keiner einzigen Antwort vor. Nur 33 Betriebe (12 Prozent) wurden von allen vier Assistenten genannt. Mehr als die Hälfte der Antworten lieferte keinen Treffer aus der jeweiligen Branche und Stadt. Stattdessen nannten die Assistenten grosse Ketten und bekannte Marken.
Ein Hinweis zur Einordnung: Quaryan verkauft selbst Dienstleistungen zur KI-Sichtbarkeit. Die Zahlen stammen aus einer Pressemitteilung, nicht aus einer begutachteten Studie. Die Erhebung ist methodisch nachvollziehbar und wurde von unabhängigen Schweizer Redaktionen aufgegriffen. Aber die Prozentwerte gelten für sechs konsumentennahe Branchen in sechs Städten, nicht für alle KMU. Treuhänder, Tourismusbetriebe oder Beratungsfirmen wurden nicht untersucht. Der Mechanismus dahinter lässt sich aber gut übertragen.
Warum die KI selten frisch sucht
Dazu kommt eine zweite Beobachtung: KI-Assistenten greifen bei den meisten Antworten nicht auf eine aktuelle Websuche zurück, sondern auf ihr einmal erlerntes Wissen.
Der SEO-Toolhersteller Ahrefs wertete 66,6 Millionen ChatGPT-Antworten aus (August und September 2026) und stellte fest, dass rund 86 Prozent der Fragen ohne Live-Websuche beantwortet wurden. Also etwa sechs von sieben Antworten kommen aus dem Gedächtnis des Modells. Auch hier gilt: Ahrefs ist ein Anbieter mit Eigeninteresse, und die Zahl betrifft die Gratis-Version von ChatGPT. Als Grössenordnung ist sie trotzdem aufschlussreich.
Was das praktisch heisst: Wenn dein Betrieb im Netz kaum sichtbar oder uneinheitlich beschrieben ist, hat die KI keine verlässliche Grundlage, dich zu nennen. Sie empfiehlt, was sie kennt. Und was sie kennt, sind meistens die grossen Ketten.
Was du konkret tun kannst
Vier Schritte, die in der Erhebung und in der allgemeinen Praxis helfen:
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Einmal selbst testen.
Frag ChatGPT, Gemini oder Co.: «Coiffeure in Thun» oder «Sanitärbetriebe in Spiez». So siehst du, ob dein Betrieb überhaupt vorkommt und ob die Angaben stimmen.
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Die eigene Website mit klaren Fakten ausstatten.
Laut der Quaryan-Erhebung war eine eigene Website in 54 bis 60 Prozent der positiven Antworten als Quelle sichtbar. Name, Adresse, Öffnungszeiten, Leistungen und Ort gehören in Textform auf die Seite. Nicht nur als Bild oder eingebettet in eine Grafik.
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Überall dieselben Angaben pflegen.
Ein Eintrag bei Local.ch tauchte in dieser Erhebung in rund 30 Prozent der Antworten als Quelle auf. Google-Unternehmensprofil, Local.ch, Branchenverzeichnisse: Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer überall überein? Abweichungen schwächen die Glaubwürdigkeit für Mensch und Maschine.
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Kontinuierlich dranbleiben.
KI-Modelle aktualisieren ihr Wissen nicht täglich. Aber wer dauerhaft sauber und einheitlich präsent ist, bleibt lesbar. Das ist eine regelmässige Pflege wie jeder andere Online-Eintrag auch.
Eine ehrliche Einschätzung
KI-BEO rät nicht, jetzt in Panik teure «KI-Sichtbarkeits»-Pakete zu kaufen. Die wirksamsten Schritte sind günstig und bodenständig: eine klare eigene Website, konsistente Firmenangaben, gepflegte Verzeichniseinträge. Das ist zum grossen Teil klassische lokale Online-Hausaufgabe, die auch für Google hilft.
Die normale Suchmaschine verschwindet nicht. Die KI-Suche kommt dazu. Wer gut gefunden werden will, macht beides solide.
Was wäre der nächste Schritt?
Wenn du prüfen möchtest, ob dein Betrieb bei KI-Assistenten sauber vorkommt und welche Einträge fehlen oder widersprüchlich sind, helfen wir gerne dabei.
Quellen: Inside IT (CH), «KI kennt nur wenige Schweizer KMUs», 12.10.2026; Blick (CH), «ChatGPT und Co. lassen 4 von 10 Schweizer Geschäften links liegen»; Quaryan-Pressemitteilung via presseportal.ch, 1.10.2026; Dr. Web Magazin (DE), «ChatGPT beantwortet sechs von sieben Fragen ohne Websuche», 12.10.2026, basierend auf Ahrefs-Auswertung.
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