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Claude.ai bietet weit mehr als einen Chat-Assistenten. Wer die Plattform richtig einrichtet, hat einen KI-Helfer, der direkt im lokalen Ordner speichert, E-Mails durchsucht, Projekte mit eigenem Betriebswissen anreichert und wiederkehrende Aufgaben selbstständig abarbeitet. Ein praxisnahes deutschsprachiges Video von Creator Torben zeigt, wie das Setup Schritt für Schritt aussieht und was damit möglich wird.


Schritt 1: Desktop-App installieren

Statt im Browser zu arbeiten, bringt die Desktop-App spürbare Vorteile. Claude erhält Zugriff auf lokale Ordner, du bestimmst selbst, auf welche Dateien er zugreifen darf. Er kann Ergebnisse direkt im lokalen Ordnersystem ablegen und in Programmen sowie Notiz-Apps arbeiten, ohne dass du Inhalte manuell kopieren musst.

Dazu kommt eine Mobile-App-Verbindung über die Dispatch-Funktion (aktuell in Beta): Sie ermöglicht von unterwegs Fernzugriff auf den Desktop, ähnlich wie TeamViewer. Direkt im Chat entstehen ausserdem sogenannte Live-Artefakte, zum Beispiel ein Tracker, der sich bei Eingaben in Echtzeit aktualisiert.

Für einen Betrieb heisst das: Angebote, Korrespondenz und interne Vorlagen lassen sich direkt im bestehenden Ordnersystem ablegen. Kein Umweg über die Zwischenablage, kein zusätzliches Tool.


Schritt 2: Die Bereiche verstehen

Die Claude-Oberfläche teilt sich in zwei Hauptreiter auf: Startseite und Code. Im Chat-Bereich stehen zwei Modi zur Verfügung.

Der Chat-Modus eignet sich für Gespräche, Denkarbeit, Recherche, Texterstellung, Zusammenfassungen und schnelle Nachfragen.

Der Cowork-Modus macht Claude zum Agenten: Er erstellt Dokumente, baut kleine Programme und arbeitet mehrere Schritte hintereinander ab. Du gibst ein Ziel vor, Claude arbeitet selbstständig.

Der Code-Reiter richtet sich an alle, die über einfache Chat-Eingaben eigene Apps und Tools bauen wollen, auch ohne Programmierkenntnisse. Das Video nennt das Vibecoding.

Für einen Betrieb heisst das: Schnelle Rückfragen gehen in den Chat-Modus, komplexere mehrstufige Aufgaben in den Cowork-Modus. Das spart unnötiges Hin-und-Her.


Schritt 3: Konnektoren einrichten

Konnektoren verbinden Claude mit bestehenden Anwendungen. Unterstützt werden zum Beispiel Google Drive, Gmail, Kalender, Evernote und weitere Notiz-Apps. Einmal eingerichtet, steht die Verbindung dauerhaft.

Das Beispiel aus dem Video: Die Eingabe «alle Rechnungen von der Telekom letztes Jahr» findet Claude über die Gmail-Verbindung in wenigen Sekunden und legt sie im gewünschten Ordner ab.

Es gibt drei Kategorien von Konnektoren: grosse verifizierte Anwendungen wie Drive oder Kalender, Community-Konnektoren und MCP-Server. Weitere genannte Beispiele sind eine GitHub-Integration, eine Browser-Steuerung über eine Chrome-Erweiterung sowie Dienste zur Bild- und Videoerzeugung.

Für einen Betrieb heisst das: Wer regelmässig Rechnungen, E-Mail-Anfragen oder Dokumente aus verschiedenen Quellen zusammensucht, kann diese Verbindungen einmalig einrichten. Routinearbeiten, die heute mehrere Klicks durch verschiedene Apps brauchen, werden direkter.


Schritt 4: Projekte anlegen

Ein Projekt ist ein eigener Arbeitsraum für ein bestimmtes Thema. Darin hinterlegst du vollständigen Kontext: Dokumente, Anleitungen, Beispiele, Hintergrundwissen über deinen Betrieb. Jeder Chat innerhalb des Projekts greift automatisch auf diesen Kontext zu.

Wichtig: Den Kontext und die relevanten Fakten musst du selbst einbringen. Claude zieht kein Wissen aus dem Internet ohne deine Freigabe. Er arbeitet mit dem, was du ihm gibst.

Das Fazit aus dem Video: Je mehr eigene Expertise und eigene Abläufe du Claude mitgibst, desto nützlicher wird er. Das Video nennt das Prinzip «einen Mitarbeiter anlernen».

Für einen Betrieb heisst das: Du kannst ein Projekt für dein Angebotsportfolio, deine Kundenkommunikation oder einen bestimmten Auftragstyp anlegen und Claude dort mit allen relevanten Informationen versorgen. Das erspart wiederholtes Erklären.


Schritt 5: Skills speichern

Ein gespeicherter Skill ist ein standardisierter Arbeitsablauf. Zum Beispiel: Podcast-Skript in drei definierten Schritten erstellen, immer nach der gleichen Logik. Bei einer neuen Aufgabe lädt Claude den hinterlegten Skill automatisch.

Skills lassen sich auch von GitHub installieren, zum Beispiel für Marketing, Texterstellung oder Buchhaltung.

Für einen Betrieb heisst das: Wer regelmässig ähnliche Texte, Berichte oder Abläufe braucht, definiert einmal einen guten Arbeitsablauf und nutzt ihn danach immer wieder. Das reduziert Aufwand und hält die Qualität konstant.


Schritt 6: Wiederkehrende Aufgaben einrichten

Mit der Schedule-Task-Funktion lassen sich Aufgaben automatisieren. Das Beispiel aus dem Video: Claude holt zweimal täglich bestimmte Kennzahlen, prüft aktuelle Neuigkeiten, baut daraus ein Skript und sendet es ab. Einmal eingerichtet, läuft der Ablauf automatisch.

Für einen Betrieb heisst das: Regelmässige Berichte, Zusammenfassungen oder Kontrollläufe, die heute manuell angestossen werden müssen, können automatisiert werden. Das gibt Zeit für Aufgaben, die echte Einschätzung brauchen.


Schritt 7: Visualisierung nutzen

Mit der Eingabe «Visualisiere mir das im Chat» erstellt Claude direkt im Chatfenster kleine Tabellen oder Erklär-Grafiken, zum Beispiel für Vergleiche, Abläufe oder Ergebnisse aus einer Analyse.

Für einen Betrieb heisst das: Daten, die sonst in einer Tabellenkalkulation aufbereitet werden müssten, lassen sich schnell lesbar darstellen. Das braucht keine externe Software.


Weitere Tipps aus dem Video

Das richtige Modell wählen

Claude steht in verschiedenen Varianten zur Verfügung, die sich in Tempo und Leistungstiefe unterscheiden. Das kompaktere Haiku-Modell eignet sich für schnelle Aufgaben wie Zusammenfassen oder Sortieren. Sonnet ist laut Video der Alltags-Allrounder und deckt rund 90 Prozent der Anwendungen ab. Opus eignet sich für anspruchsvollere Aufgaben, zum Beispiel Skript-Entwürfe oder tiefere Analysen.

Denkmodus nutzen

Bei komplexen Aufgaben kann Claude länger nachdenken, bevor er antwortet. Das erhöht die Qualität bei schwierigen Fragen oder vielschichtigen Analysen.

Diktieren statt Tippen

Über Diktierfunktionen, zum Beispiel mit dem Werkzeug Whisperflow, lassen sich Eingaben sprechen statt tippen. Das spart bei längeren Texteingaben oder unterwegs Zeit.

Kontext aus einem anderen Tool mitnehmen

Wer bisher ein anderes KI-Tool genutzt hat, kann vorhandenen Kontext über eine Importfunktion übernehmen, etwa aus einem Gemini-Verlauf.


Was bedeutet das für Betriebe im Berner Oberland?

KMU, Einzelunternehmen und Betriebe in Tourismus und Hotellerie im Berner Oberland stehen oft vor der gleichen Situation: viele Routineaufgaben, begrenzte Zeit, wenig Kapazität für aufwändige Tool-Einführungen.

Das im Video beschriebene Setup ist kein grosses IT-Projekt. Es baut auf den bestehenden Möglichkeiten von Claude.ai auf und braucht hauptsächlich Zeit für die initiale Einrichtung.

Was konkret einen spürbaren Unterschied machen kann: Ein Projekt mit eigenem Betriebswissen anreichern, damit Claude bei Anfragen, Texten oder Auswertungen einen verlässlichen Ausgangspunkt hat. Konnektoren für Mail und Dokumentenablage einrichten, um Routinearbeiten zu verkürzen. Und wiederkehrende Aufgaben automatisieren, die heute manuelle Schritte brauchen.

Das zentrale Fazit aus dem Video: Wer Claude als Mitarbeiter anlernt, also eigene Expertise und Abläufe in Projekte eingibt, holt mehr heraus als die grosse Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer. Laut Video schaffen das heute erst 3 bis 5 Prozent der Claude-Nutzerinnen und -Nutzer.

Ob sich ein solches Setup im eigenen Betrieb lohnt und welche Schritte sinnvoll wären, das lässt sich in zwanzig Minuten am Telefon klären, bevor Zeit in die Einrichtung fliesst.

https://ki-beo.ch


Quelle: Torben, «Claude als persönliche KI-Arbeitsumgebung — 7 Schritte Setup» (YouTube), youtube.com/watch?v=sAQdRSqXxXQ

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ES
Emanuel Schmid
Inhaber von EIL in Spiez — hilft KMU im Berner Oberland, KI datenschutzkonform einzusetzen.