Eine Sicherheitslücke in der WLAN-Software vieler Router macht gerade Schlagzeilen. Kein Grund zur Panik, aber ein guter Anlass, kurz zu prüfen, ob dein Gerät betroffen ist.
Sicherheitsforscher haben eine Schwachstelle in der WLAN-Software des Chip-Herstellers Broadcom aufgedeckt. Der Fehler steckt in der Umsetzung von WPS (WiFi Protected Setup), einer Funktion, die das einfache Anmelden neuer Geräte im WLAN ermöglichen soll. Ein Angreifer in Funkreichweite kann einen betroffenen Router auslesen und eigenen Code darauf ausführen, ohne das WLAN-Passwort zu kennen und ohne eine laufende WPS-Sitzung zu brauchen.
Was «per Funk übernehmbar» wirklich bedeutet
Klingt beunruhigend. Wichtig für die Einordnung: Der Angriff setzt voraus, dass der Angreifer physisch in der Nähe ist, also im WLAN-Empfangsbereich des Routers. Ein Angriff aus dem Internet über weite Distanzen ist mit dieser Lücke nicht möglich. Das reduziert das Risiko für die meisten Privathaushalte und Kleinbetriebe deutlich, macht es aber nicht bedeutungslos.
Was die Forschung belegt
Der Fehler besteht laut Forscher Quentin Kaiser seit mindestens 2010. Broadcom hat 2018 korrigierten Code bereitgestellt. Viele Geräte laufen aber bis heute mit der alten, verwundbaren Version, weil Hersteller und Internetanbieter keine Firmware-Updates verteilt haben.
Konkret beschrieben wurden Geräte von Cisco (Kleinunternehmens-Router RV110W, RV130W, RV215W) sowie Modelle von TP-Link, Netgear, Sagemcom und Nokia. Zahlen gibt es bisher nur aus Belgien, wo Schätzungen von rund 1,5 Millionen betroffenen Geräten ausgehen. Auf die Schweiz lassen sich diese Zahlen nicht direkt übertragen.
Broadcom hat keine offizielle Schwachstellen-Nummer (CVE) vergeben und sich nicht öffentlich dazu geäussert. Das macht das Nachverfolgen für Laien schwieriger als bei anderen Sicherheitsvorfällen.
Was du konkret tun kannst
Schritt 1: Dein Gerät identifizieren
Notiere dir Hersteller und Modellbezeichnung deines Routers. Diese Information findest du meistens auf einem Aufkleber an der Rückseite oder Unterseite des Geräts.
Schritt 2: Beim Anbieter oder Hersteller nachfragen
Wenn du einen Router deines Internetanbieters verwendest, frag direkt dort nach, ob die aktuelle Firmware die betroffene WPS-Komponente noch enthält. Eine schriftliche Auskunft ist hilfreicher als eine mündliche Aussage am Telefon.
Schritt 3: Altgeräte realistisch einschätzen
Geräte, die vom Hersteller nicht mehr mit Updates versorgt werden, bekommen oft keine Korrektur mehr. Wenn dein Router schon einige Jahre alt ist und der Hersteller den Support eingestellt hat, ist ein geplanter Austausch die ehrlichere Lösung.
Zu WPS
WPS zu deaktivieren ist eine Möglichkeit, die du prüfen kannst. Ob das den Angriff zuverlässig verhindert, ist nach aktuellem Forschungsstand nicht abschliessend geklärt. Es handelt sich nicht um eine garantierte Schutzmassnahme.
Wenn dir das zu technisch klingt
Modell herausfinden, Firmware prüfen, Anbieter kontaktieren: Das klingt einfach, bis man vor der Router-Oberfläche sitzt und nicht weiss, wo man anfangen soll. Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Gerät betroffen ist oder was sinnvoll wäre, hilft ein kurzer Check vor Ort mehr als eine Stunde Suche in englischsprachigen Foren. Das ist genau die Art Frage, bei der EIL-Support unkompliziert helfen kann.
Quellen: Dr. Web Magazin, 19.10.2026. Technische Grundlage: Forschung von Quentin Kaiser, 16.10.2026. Unabhängig bestätigt durch The Hacker News, Oktober 2026.
Bereit für datenschutzkonforme KI?
Kostenlose Erstberatung — unverbindlich und persönlich.