Allgemein·4 Min. Lesezeit

KI-Texte und Google: Nicht der Text ist das Problem, sondern der erfundene Autor

KI beim Schreiben von Webtexten einzusetzen ist erlaubt. Das sagt Google ausdrücklich. Was Google seit dem 1. Oktober 2026 ebenso ausdrücklich sagt: Wer hinter einem KI-erstellten Text eine erfundene Expertin oder einen erfundenen Experten hinstellt, täuscht. Und das wirkt sich auf die Sichtbarkeit der Seite aus.

Google hat seinen offiziellen Leitfaden «Creating helpful, reliable, people-first content» (Inhalte, die hilfreich, zuverlässig und für Menschen gemacht sind) ergänzt. Im Selbstcheck-Abschnitt «Wer hat den Inhalt erstellt?» steht neu, sinngemäss übersetzt: Erfundene Autorenprofile, also KI-generierte Porträtfotos, ausgedachte Namen oder falsche Qualifikationen, die einen Text wie das Werk menschlicher Fachleute aussehen lassen, sind eine Form der Täuschung. Und weiter: Jede Form der Täuschung macht eine Seite für Besucher und für Googles Systeme unglaubwürdig und ist ein Signal für geringe Qualität.

Einordnung: Das ist kein neues Ranking-Update und kein neuer Algorithmus. Es ist eine Präzisierung einer bestehenden Richtlinie zu hilfreichen Inhalten. Ähnliche Beispiele standen bereits in internen Qualitätsbewertungs-Vorgaben von Google. Neu ist, dass sie jetzt ausdrücklich auf der offiziellen Seite für Webseitenbetreiber stehen. Google nennt es ein Signal für geringe Qualität, keine konkrete Rankingstrafe und keine Prozent-Angabe.

Die Unterscheidung, auf die es ankommt

Es gibt einen klaren Unterschied zwischen zwei Situationen: «KI hilft beim Schreiben, ein echter Mensch prüft den Text und verantwortet ihn» auf der einen Seite. Und «wir erfinden eine Fachperson, die es gar nicht gibt» auf der anderen Seite.

Die erste Situation ist sauber. Die zweite ist das, was Google mit der Ergänzung adressiert. KI als Schreibwerkzeug zu nutzen ist ausdrücklich nicht verboten, solange der Inhalt hilfreich ist und die Autorenangaben ehrlich sind.

Wie solche Profile oft entstehen

Viele erfundene Autorenprofile entstehen nicht aus böser Absicht. Sie entstehen, weil ein WordPress-Theme, ein Website-Baukasten oder ein KI-Schreibtool automatisch einen «Autor» mit Stockfoto oder KI-generiertem Porträt unter den Artikel setzt. Es ist eine Standardfunktion, die eingeschaltet bleibt, ohne dass jemand bewusst entschieden hat, eine Fachperson zu erfinden.

Ein hilfreicher erster Schritt: Die eigene Webseite einmal daraufhin anschauen. Steht dort ein Autorenname? Führt er zu jemandem, der tatsächlich existiert, mit echtem Bild und nachvollziehbarer Funktion? Oder ist da ein Profil, das niemand je angelegt hat, weil das Theme es automatisch generiert hat?

Was konkret zu tun ist

Für einen Betrieb heisst das: Der Aufwand ist klein. Entweder eine echte, verantwortliche Person als Autorin oder Autor nennen, mit echtem Namen, echtem Foto und der tatsächlichen Funktion im Betrieb. Oder schlicht den Betrieb als Herausgeber angeben, ohne ein fingiertes Expertenprofil.

Keine erfundenen Doktortitel, keine KI-generierten Gesichter, keine ausgedachten Biografien. Eine ehrliche «Über uns»-Seite, auf der echte Menschen mit ihren echten Rollen zu sehen sind, baut mehr Vertrauen auf als ein glänzendes Fake-Profil.

Google empfiehlt im selben Abschnitt, dass es für Besucherinnen und Besucher selbstverständlich erkennbar sein sollte, wer einen Inhalt verfasst hat. Das ist keine bürokratische Pflichtübung, sondern eine Einladung zur Klarheit.

Ehrlich gesagt

KI-BEO und unsere Schwestermarke EIL-Webschmid arbeiten beide mit KI-Unterstützung bei der Inhaltsproduktion. Deshalb eine klare Aussage: KI ersetzt nicht die Verantwortung für den Inhalt. Ein mit KI erstellter Text braucht einen Menschen, der ihn liest, prüft und dahintersteht. Und manchmal ist eine kurze, selbst geschriebene Seite, die den Betrieb und seine Leistungen in eigenen Worten beschreibt, besser als ein langer, generischer KI-Text. Das sagen wir auch, wenn das der Fall ist.

Vertrauen kommt vor Ranking

Die Google-Richtlinie ist nur der formale Anhaltspunkt. Der eigentliche Punkt ist Vertrauen. Ein KI-Text ohne ehrlichen Absender ist wie ein Brief mit erfundener Unterschrift. Der Inhalt kann gut sein. Aber sobald jemand merkt, dass die Unterschrift nicht echt ist, zweifelt er am ganzen Brief.

Kundschaft, die merkt, dass die «Expertin» auf der Webseite erfunden ist, verliert Vertrauen schneller, als jedes Ranking es zurückholen kann. Transparenz über die Urheberschaft ist hier Eigeninteresse, keine Pflichtübung.

In zwanzig Minuten prüfen, ob die eigene Webseite sauber aufgestellt ist

Wenn du herausfinden möchtest, ob deine Webseite in dieser Frage gut aufgestellt ist, und was sich gegebenenfalls einfach anpassen lässt: Wir klären das gerne in einem kurzen Gespräch, ohne Verpflichtung. ki-beo.ch

Bereit für datenschutz­konforme KI?

Kostenlose Erstberatung — unverbindlich und persönlich.

Kostenloses Erstgespräch buchen
ES
Emanuel Schmid
Inhaber von EIL in Spiez — hilft KMU im Berner Oberland, KI datenschutzkonform einzusetzen.