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KI im Marketing: Warum viele KMU noch zögern

KI-BEO News, 26. September 2026

Erst jedes fünfte KMU in der Schweiz setzt im Marketing KI-Werkzeuge ein. Bei Kleinstbetrieben mit ein bis neun Mitarbeitenden sind es sogar nur 18 Prozent. Das zeigt der «KMU Digital Pulse 2026», eine neue Schweizer Studie von localsearch (Swisscom Directories AG) und der Hochschule Luzern (HSLU). Wenn du mit deinem Betrieb noch zögerst: Du bist in guter Gesellschaft.

Was die Studie zeigt

Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut intervista zwischen dem 13. und 21. Mai 2026 insgesamt 504 Personen befragt, die in Schweizer KMU für das Marketing verantwortlich oder daran beteiligt sind. Alle Zahlen beziehen sich auf KI im Marketing, nicht auf KI-Nutzung allgemein.

Ein Hinweis zur Einordnung: Auftraggeber localsearch ist selbst Anbieter von Marketing- und Sichtbarkeitsdiensten für KMU. Ein Befund «viele KMU hinken hinterher» liegt damit auch im Geschäftsinteresse des Auftraggebers. Die HSLU als Hochschulpartner erhöht die Seriosität der Erhebung. Die Studie bezeichnet sich selbst als repräsentativ, gewichtet nach Sprachregion und Beschäftigtenklasse. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angabe liegt nicht vor.

Die wichtigsten Zahlen:

21 Prozent der befragten KMU setzen heute KI-Werkzeuge im Marketing ein. Der Unterschied nach Betriebsgrösse ist deutlich: Bei mittelgrossen Betrieben sind es 49 Prozent, bei kleinen 39 Prozent, bei Kleinstbetrieben mit ein bis neun Mitarbeitenden nur 18 Prozent.

Gleichzeitig spürt fast die Hälfte den Druck von aussen: 45 Prozent glauben, ihre Kundschaft suche zunehmend mit KI-Assistenten nach Angeboten wie ihren. 44 Prozent nehmen an, dass ihre Mitbewerber im Marketing bereits KI einsetzen.

Was hält viele Betriebe zurück? Nicht Technikangst, sondern eine einfachere Frage: 44 Prozent sehen schlicht keinen klaren Nutzen oder Bedarf für KI im eigenen Betrieb. Und 57 Prozent berichten von Wissenslücken rund um das Thema. Unter den Nicht-Nutzern planen nur 21 Prozent, innerhalb der nächsten zwölf Monate KI-Werkzeuge einzuführen.

Für einen Betrieb heisst das

44 Prozent sehen keinen klaren Nutzen. Das ist kein Scheitern, das ist eine vernünftige Ausgangslage. KI im Marketing lohnt sich nicht überall gleich. Ein Treuhandbüro, das zweimal pro Jahr Infomails verschickt, hat andere Anforderungen als ein Tourismusbetrieb im Berner Oberland, der täglich auf Bewertungen antworten muss.

Ein sinnvoller Einstieg ist nicht die grosse Marketing-Offensive, sondern eine einzige, wiederkehrende Aufgabe, die Zeit kostet. Ein Erstentwurf für ein Stelleninserat, Antwortbausteine für häufige Kundenfragen, ein Website-Text, der schon lange auf Aktualisierung wartet. Dort, wo eine Aufgabe regelmässig auftaucht und klar ist, was ein gutes Ergebnis aussieht, kann KI etwas abnehmen.

KI-Sichtbarkeit: ein erster Check

Ein Befund der Studie verdient besondere Aufmerksamkeit: 58 Prozent der befragten Betriebe haben noch nie überprüft, welche Informationen KI-Systeme über ihren Betrieb ausgeben. Das gilt unabhängig davon, ob du KI aktiv im Marketing einsetzt.

Was KI-Assistenten über einen Betrieb sagen, hängt davon ab, was öffentlich verfügbar und strukturiert auffindbar ist: Website, Brancheneinträge, Bewertungen. Ein einfacher erster Schritt: Frage einen KI-Assistenten direkt nach deinem Betrieb. Was kommt zurück? Stimmt es? Fehlt etwas Wichtiges?

Das ist kein vollständiger Test. Aber es zeigt, wo der nächste Schritt liegen könnte.

Der ehrliche Absatz

Wer heute noch kein KI-Tool im Marketing einsetzt, hat nichts verpasst, das nicht nachzuholen wäre. Die grösste Hürde ist nicht die Technik, sondern die Frage nach dem konkreten Nutzen. Diese Frage ernst zu nehmen, statt aus Druck loszurennen, ist kein Rückstand. Es ist ein vernünftiger Umgang mit begrenzter Zeit.

Und wenn der Check ergibt, dass KI in deinem Marketing gerade keinen sinnvollen Einsatz hat: Das ist ebenfalls ein gültiges Ergebnis.

Nächster Schritt

Willst du in zwanzig Minuten klären, ob und wo KI deinen Betrieb im Marketing entlasten könnte? Vereinbare ein erstes Gespräch auf ki-beo.ch.

Quelle: localsearch / HSLU, «KMU Digital Pulse 2026», Feldarbeit intervista, 13. bis 21. Mai 2026, 504 Befragte (Auftraggeberstudie mit Hochschulpartner)


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ES
Emanuel Schmid
Inhaber von EIL in Spiez — hilft KMU im Berner Oberland, KI datenschutzkonform einzusetzen.