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Deepfake erkennen: Zwei von drei Menschen haben ein KI-Video schon einmal fälschlich für echt gehalten. Was das für Betriebe im Berner Oberland heisst und wie eine einfache Regel schützt.

Eine aktuelle Studie der deutschen Landesmedienanstalten zeigt das Ausmass der Verunsicherung rund um KI-generierte Bewegtbilder. Für Betriebe und Privatpersonen in der Schweiz ist das kein abstraktes Thema, das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) warnt 2026 vor konkreten Betrugsmaschen mit geklonten Stimmen und gefälschten Videos.


Was die Studie zeigt

Die Landesmedienanstalten (die medienanstalten) haben für ihre Studie «Video Trends 2026» im Frühjahr 2026 rund 3’174 Personen ab 14 Jahren mit Internetzugang befragt (Erhebungszeitraum 22. Mai bis 10. Juni 2026). Die wichtigsten Zahlen laut Studie:

  • 79 Prozent der Befragten sind bereits auf KI-Videos gestossen, vor allem auf TikTok und Instagram.
  • 68 Prozent derjenigen mit KI-Video-Kontakt hielten mindestens einmal ein künstlich erzeugtes Video fälschlich für echt.
  • 81 Prozent zweifeln häufiger an der Echtheit von Videos; rund drei Viertel vertrauen Bewegtbild generell weniger als früher.
  • Rund neun von zehn Befragten fordern eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte; 83 Prozent sprechen sich für ein Verbot bestimmter Deepfake-Formen aus.

Die Studie erfasst deutsche Daten. Es gibt keine vergleichbare Schweizer Erhebung, aber dieselben Plattformen und KI-Werkzeuge sind hierzulande gleichermassen im Einsatz.


Deepfake erkennen: Was das BACS 2026 beobachtet

Das Bundesamt für Cybersicherheit warnt 2026 wiederholt vor KI-gestütztem Betrug in der Schweiz:

Beim Investitionsbetrug werden gefälschte Videos bekannter Persönlichkeiten eingesetzt, die scheinbar ein Finanzprodukt empfehlen. Die Fälschungen sind laut Medienberichten und BACS-Kommunikation so gut geworden, dass sie für Laien kaum zu erkennen sind.

Beim sogenannten CEO-Betrug 2.0 fälschen Täter laut Medienberichten und BACS-Warnungen die Stimme des Chefs oder der Chefin. Für einen überzeugenden Stimmklon sollen wenige Sekunden Stimmmaterial genügen. Mitarbeitende werden per Sprachnachricht zur eiligen Zahlung aufgefordert.

Laut Medienberichten gab es auch in der Schweiz dokumentierte Fälle mit erheblichen Schäden.

Für einen Betrieb heisst das: Eine Sprachnachricht oder ein Videoanruf, der wie der Chef, die Lieferantin oder die Bank klingt und zur eiligen Zahlung drängt, ist kein Beweis mehr. Die Frage ist nicht, ob man einen Deepfake am Bild erkennen kann, sondern ob der Prozess im Betrieb stimmt.


Die wirksamste Massnahme kostet nichts

Keine Erkennungssoftware schützt vor diesem Betrugsweg so sicher wie ein simpler Ablauf. Der zweite Kanal: kurz auf der bekannten, selbst herausgesuchten Nummer zurückrufen und bestätigen, bevor etwas freigegeben wird. Das Vier-Augen-Prinzip bei Zahlungsfreigaben erhöht die Sicherheit weiter.

Technik allein löst das Problem nicht. Deepfakes werden besser, nicht schlechter. Der Prozess im Kopf der Mitarbeitenden ist entscheidend.


Wenn du selbst KI-Videos oder KI-Stimmen einsetzt

Laut Studie sprechen sich rund neun von zehn Befragten für eine Kennzeichnungspflicht aus. Der EU AI Act sieht Kennzeichnungspflichten für synthetische Inhalte vor. Wer KI-generierte Videos oder Sprachausgaben in der Kundenkommunikation nutzt, sollte das erkennbar machen, als Vertrauenssignal und als vorausschauende Rechtskonformität.

Das ist eine allgemeine Einordnung, keine Rechtsauskunft. Fragen zur konkreten Umsetzung gehören zu einem Rechtsexperten.


Ein Realismus-Blick

Laut einer Gartner-Umfrage, berichtet von The Decoder (Oktober 2026), ziehen nur rund 13 Prozent der Unternehmen messbaren Geschäftswert aus ihren KI-Investitionen. Das passt zum KI-BEO-Bild: KI ist Werkzeug, kein Zauberstab. Weder Wunder noch Weltuntergang, sondern ein Instrument, das sinnvoll eingeführt sein will.


In zwanzig Minuten am Telefon klären

KI-BEO unterstützt Betriebe dabei, eine einfache Verifikationsregel einzuführen und Mitarbeitende für Deepfakes zu sensibilisieren. Kein grosses Projekt, oft ein kurzes Gespräch. In zwanzig Minuten am Telefon lässt sich klären, ob ein halber Tag Workshop oder eine kurze Checkliste der richtige nächste Schritt ist.

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Quellen: Studie «Video Trends 2026» der Landesmedienanstalten, aufgegriffen von Heise (22.10.2026) und meedia; BACS/Bundesamt für Cybersicherheit, Warnungen 2026; SRF Kassensturz; 20 Minuten; The Decoder/Gartner (21.10.2026). Alle Prozentzahlen laut Studie, deutsche Erhebungsdaten.

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ES
Emanuel Schmid
Inhaber von EIL in Spiez — hilft KMU im Berner Oberland, KI datenschutzkonform einzusetzen.